Gemeinde Bessenbach

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Kapellen

Heimatgeschichte & sakrale Kunst

Im Gemeindegebiet Bessenbach gibt es insgesamt fünf Kapellen. Kapellen sind nicht nur Zeugen religiösen Lebens, sondern auch der Heimatgeschichte und sakraler Kunst. Ein Blick auf und in unsere Kapellen ist daher sicherlich lohnenswert.

Kirchenfenster
Kirchenfenster
Statue
Statue

Marienkapelle in Steiger

Marienkapelle Steiger
Marienkapelle Steiger
  • im 17. Jahrhundert erbaut
  • 1876 erweitert

Die Steigerer Kapelle wird erstmals 1660 urkundlich erwähnt. Zunächst wurde die Kapelle aber nicht für Gottesdienste benutzt. Erst 1876 wurde die Kapelle auf Initiative des damaligen Pfarrers Bauer in der jetzigen Form errichtet. Pfarrer Bauer vermerkt dazu in der Pfarrchronik:

"Die kleine, baufällige Kapelle ward 1876 größer neu ausgebaut, da ich den Leuten versprach, dass künftighin darin heilige Messen celebriert würden, wenn sie auch Opfer brächten. Dies geschah: am 5. August 1877, am Tage Maria Schnee, ward die Kapelle benediziert, die Glocken geweiht und dann Predigt und Amt gehalten. Die Kapelle wurde sofort von vielen Leuten sehr fleißig besucht. Auf ein Bittgesuch hin wurde vom Heiligen Vater für die Kapelle in Steiger ein Kelch gestiftet." Der von Papst Pius IX. gestiftete Messkelch stammt aus dem nahe Basel gelegenen Birseck in der nordwestlichen Schweiz.

Ein Kleinod des Gotteshauses ist die von einem Fräulein Völker aus Unterbessenbach gestiftete Statue der heiligen Jungfrau Maria von Lourdes. Obwohl sie nicht groß waren, fielen die beiden Glocken des Kirchleins dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer: Sie wurden konfisziert, eingeschmolzen und zu Munition verarbeitet.

Erst 1955 wurden sie durch ein neues Geläut ersetzt. Ein Jahr zuvor hatte man im Zuge einer umfassenden Renovierung unter dem Kapellendach einen wahren Schatz gefunden: Eine hölzerne Muttergottesstatue aus dem 13. Jahrhundert war dort lange versteckt gewesen. Die Figur, deren geschätzter Wert sich auf über 15.000 Euro beläuft, blieb jedoch nicht in der Kapelle, sondern wurde ins Mainfränkische Museum nach Würzburg gebracht. Im Jahre 1977 erhielt die Kapelle ein elektrisches Geläute. Die Kosten dafür wurden durch private Spenden aufgebracht.

2008/2009 wird die Marienkapelle umfassend saniert (insbesondere Dachstuhl, Boden, Fundamente). 

Kapelle "Zum guten Hirten" in Unterbessenbach

Kapelle in Unterbessenbach
Kapelle in Unterbessenbach
  • Hofgut Gemmingen, direkt am R6
  • 1752 erbaut
  • vor und während des Gottesdienstes geöffnet

Ihren 250. Geburtstag feierte die kleine Kirche im Jahr 2002. Gebaut wurde sie 1752 als Schlosskapelle von der Familie von Hettersdorf. Anfänglich war sie dem Heiligen Nepomuk geweiht. Aus dieser Zeit ist noch eine reich verzierte Bank erhalten, die inzwischen im Altarraum einen Platz gefunden hat.

1841 wurde das Gut Unterbessenbach von Gustav von Gemmingen gekauft. Dieser trat zum evangelischen Glauben über und ließ die Kapelle, die zwischendurch als Lagerraum genutzt wurde, im Jahr 1853 wieder für Gottesdienste herrichten. Genutzt wurde das Gotteshaus aber eher spärlich.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt das Kirchlein eine wichtige Bedeutung: Durch den Zustrom von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen stieg die Zahl der evangelischen Gläubigen sprunghaft. Als 1951 die evangelische Kirchengemeine Goldbach-Hösbach errichtet wurde, war dieses Gotteshaus Mittelpunkt im Gemeindebereich. Dies änderte sich erst 1955 mit dem Bau der Johanneskirche in Goldbach.

Marien-Gedächtnis-Kapelle in Keilberg

Kapelle am Geiersberg
Kapelle am Geiersberg
  • Entlang des Kreuzweges auf dem Geiersberg, direkt am R6
  • 1970 erbaut

Versteckt in einem Waldstück und mit unverkennbarem Bezug zur Architektur ihrer Zeit steht die 1970 erbaute Marien-Gedächtnis-Kapelle auf dem Geiersberg.Die schnörkellose, schlichte Kapelle, die aus Dankbarkeit über die glückliche Heimkehr vieler Keilberger aus dem Krieg erbaut wurde, soll sowohl eine Gedenkstätte für die Toten der beiden Weltkriege als auch ein Mahnmal für den Frieden sein.

Wendelinuskapelle in Waldmichelbach

Kapelle in Waldmichelbach
Kapelle in Waldmichelbach
  • Straße nach Waldmichelbach, links unten im Talgrund
  • 1778 erbaut
  • 1952 erneuert

Ohne die Hilfe engagierter Straßbessenbacher Bürger und Bürgerinnen wäre die kleine Wendelinuskapelle im Waldmichelbacher Tal inzwischen wohl längst verfallen. Die Kapelle, die im Jahr 1952 von dem Erbhofbauer Johann Ritter an der Stelle eines alten Bildstockes errichtet wurde, war jahrelang Ziel des Wendelinusrittes, den der damalige Pfarrer Wehner ins Leben gerufen hatte.

Der Straßbessenbacher Trachtenverein "D´Bessenbachthaler" nahm sich des baufälligen Gebetshäuschens an und veranstaltete mehrere Jahre lang so genannte "Kapellenfeste", um das nötige Baumaterial zu beschaffen.1986, nach sieben Jahren, war es geschafft: Mit mehr als 2000 freiwilligen Arbeitsstunden und über 15.000 DM Spenden konnte die Wendelinus-Kapelle renoviert werden. Die Mühe hat sich gelohnt: Das idyllische Tal ist um ein Schmuckstück reicher, welches zu einer Rast bei einem Wanderausflug einlädt.

Kapelle "St. Ottilien" in Oberbessenbach

St. Ottilien
St. Ottilien
  • Auf dem Kirchberg unterhalb der Pfarrkirche
  • 11. /12. Jahrhundert erbaut

Die Entstehung der alten Oberbessenbacher Kirche reicht in die Besiedlungszeit des Dorfes im 11./12. Jahrhundert zurück. Die Kirche war eine Wehrkirche, dies belegen Schießscharten, Ringmauer sowie die Lage auf einer Anhöhe. Im Verteidigungsfall konnten sich die Bewohner samt Nahrungsmittel und Vieh dorthin zurückziehen.

Das älteste Ausstattungsstück ist die Sakramentsnische, die zweitälteste ihrer Art in ganz Deutschland. Da St. Ottilien im Mittelalter bedeutender Wallfahrtsort war, vergrößerte man die Kirche um 1450. Auch nach dem 30-jährigen Krieg veränderte sich ihr Aussehen. Um 1751 wurde ein barocker Hochaltar angeschafft, der heute in Dörrmorsbach steht. Eine weitere barocke Neuerung war die Orgel.

Mit dem Bau der Pfarrkirche 1902 verlor St. Ottilien ihre Funktion und wurde in der Nachkriegszeit nur als Leichenhaus genutzt. Ein Großteil der Ausstattung, darunter auch die Orgel, wurde zu Brennholz. Altäre, Kommunionbank und Kanzel wurden der Dörrmorsbacher Kirche gestiftet und dadurch gerettet.

Marienkapelle an der Silberhecke

Marienkapelle an der Silberhecke
Marienkapelle an der Silberhecke
  • am Ende des Weges "Zur Silberhecke"
  • 1991 erbaut, die ursprüngliche Grotte wurde 2002 zur Kapelle erweitert

In einem Waldstück unterhalb des Heinrichsberges an der Silberhecke versteckt, steht die kleine Kapelle zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria. Das wunderschöne Kapellchen wurde von Herrn Peter Emmerich aus Oberbessenbach errichtet und lädt insbesondere vorbeikommende Wanderer zur Einkehr und inneren Besinnung ein.

Einmal jährlich, und zwar an Christi Himmelfahrt, findet an der Kapelle unter der musikalischen Begleitung des Musikvereines Fidelio Oberbessenbach eine Maiandacht statt. Im Anschluss an die Andacht bewirten die Schönstattmütter die Gäste mit Kaffee und Kuchen. Der Erlös aus dem Verkauf geht als Spende an das Schönstatthaus Würzburg.

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag:08:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Donnerstag auch:13:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Gemeindeverwaltung Bessenbach - Ludwig-Straub-Straße 2 - 63856 Bessenbach - Fon: 06095 97110 - Fax: 06095 971130 - E-Mail schreiben