

Die drei ehemaligen Gemeinden, die heute Bessenbach bilden, führten in der Vergangenheit jeweils ein eigenständiges und unterschiedliches Leben:
In Straßbessenbach wurde die Entwicklung von der uralten Fernstraße, die von Frankfurt nach Wien führt, beeinflusst. Diese Straße, die frühere Bundesstraße 8 und heutige Staatsstraße 2312, diente auch als Poststraße. Für Fuhrleute und Reisende war das Bessenbachtal eine erste Station durch den fast menschenleeren Spessart. Bei der Gründung der Post im Jahre 1615 durch die Herren von Thurn und Taxis wurde in Straßbessenbach eine Poststation eröffnet. Dort wurden die Pferde für die Postkutschen gewechselt, die Reisenden machten Rast. Für viele Einwohner waren mit der Straße und der Poststation Einkünfte verbunden: Pferde wurden als Vorspann zur Verfügung gehalten, Schmied, Wagner und Sattler führten Reparaturen aus und brachten so Arbeit und Lohn für die Einwohner.
In Oberbessenbach und Keilberg ernährte sich die Bevölkerung mehr von der Landwirtschaft und - vornehmlich im Winter - verdingten sich die Männer in den nahen Wäldern als Waldarbeiter. Der Spessart, zu dem unser Gemeindegebiet gehört, war noch Mitte des 19. Jahrhunderts ein Notstandsgebiet und der Bevölkerung ging es in der Tat recht schlecht. Der Kampf der Familienväter um das tägliche Brot für die meist vielköpfige Familie war hart und entbehrungsreich.